MARIENPARK-KLINIK GMBH
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FA f. Chirurgie, Unfallchirurgie, orthopädische Unfallchirurgie. Wünschenswert wären die Zusatzbezeichnungen: Chirotherapie, Handchirurgie
Dr. med.
Dieter Haack
Facharzt für Chirurgie und Unfallchirurgie, Chirotherapie, Sportmedizin, Tauchmedizin,
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01. Begriffserklärung:


Unter dem Wort Hyperhidrose versteht der Mediziner das vermehrte Schwitzen (griechisch: hyper - zu viel = mehr als sonst, hidros = Wasser), dabei geht die produzierte Schweißmenge über das für die Wärmesteuerung benötigte Maß hinaus. Den gleichen Inhalt trägt der Begriff "übermäßige Transpiration". Häufig kann nur der Arzt die fließende Übergänge zwischen normalem und krankhaftem Schwitzen erkennen. Die Hyperhidrose könnte ein erstes Zeichen einer Krankheit sein.




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02. Unterteilung der Hyperhidrose:


Man unterscheidet:
- übermässiges Schwitzen am ganzen Körper (generelle Hyperhidrose) und übermässiges Schwitzen nur an einzelnen Körperstellen (lokalisierte Hyperhidrose);

Das letzte wird unterteilt:
- axilläre Hyperhidrose (an Achselhöhlen),
- palmoplantare Hyperhidrose (an den Händen oder Füßen),
- faciale Hyperhidrose (am Gesicht).




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03. Schweregrad der Hyperhidrose:


Das Schwitzen der Achselhöhlen (Hyperhidrosis axillaris) wird folgendermaßen eingeteilt:
- Grad I (leichte Hyperhidrosis): die Haut ist verstärkt feucht.
- Grad II (mäßig starke Hyperhidrosis) es bilden sich Schweißperlen auf der Haut;
- Grad III (starke Hyperhidrosis) Schweiß tropft ab.


Einteilung der Hyperhidrosis palmoplantaris (Schwitzen an Händen und Füssen):
- Grad I (leichte Hyperhidrosis): die Hand- oder Fußflächen sind sehr feucht.
- Grad II (mäßig starke Hyperhidrosis): es bilden sich Schweißperlen, allerdings nur auf der Innenfläche der hand und des Fusses.
- Grad III (starke Hyperhidrosis): Schweiß tropft ab, Schweißperlen bilden sich auch an Fingern oder Zehen.



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04. Ursachen der Hyperhidrose:


Die Ursachen der örtlich begrenzten Schweißneigung finden sind in der Regel nicht bekannt. Medizinisch heißt das, dass die Schweißdrüsen des betroffenen Gebiets ohne erkennbare Ursache überaktiv sind, dagegen ist eine gesteigerte generelle Hyperhidrose nicht selten Ausdruck einer inneren Krankheit. Der Internist unterscheidet zwischen dem NORMALEN verstärkten Schwitzen bei Sport, körperlicher Arbeit, oder starker seelischer Anspannung und krankheitsbedingten allgemeinen übermäßigen Schwitzen, dabei kommen folgende Ursachen ins Gespräch:
- eine hormonell bedingte Hyperhidrose z. B. in den Wechseljahren (Klimakterium),
- eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose),
- ein Phäochromozytom (Adrenalin - produzierender Tumor),
- unerwünschte Arzneimittelwirkungen,
- eine Unterzuckerung (Hypoglykämie, z.B. als Symptom einer Zuckerkrankheit),
- chronische Infekte,
- Kreislaufstörungen,
- Übergewicht,
- maligne Erkrankungen, - neurologische Hyperhidrose,
- psychische Probleme (wobei man unterscheidet: das Schwitzen als Ursache oder Folge).

Eindeutig krankhaft ist das nächtliche Schwitzen, wenn der Schlaf deutlich beeinträchtigt ist, dabei stellt Arzt fest, ob Krankheiten wie eine Tuberkulose, eine Kollagenose, ein Lymphom vorliegt.



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05. Behandlungsmethoden:


Es existieren mehrere Methoden um die Hyperhidrose in den Griff zu bekommen, dabei sollten zuerst die Möglichleiten der konservativen (nicht operativen) Methoden ausgeschöpft werden bevor die chirurgischen (operativen) Behandlungen angewendet werden.

Zu den nichtoperativen Behandlungsmöglichkeiten gehören:
- Antitranspiranten,
- Iontophorese,
- Botulinumtoxin,
- Psychotherapie.

Auf der Liste der chirurgischen Behandlungsmethoden stehen:
- Schweißdrüsenexzision,
-Schweißdrüsenabsaugung,
- Sympathektomie (operative Nervenblockade).



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06. Vorteile der nichtoperativen Methoden:


Antitranspiranten:
sehr hohe Ansprechrate, Transpiration zu 90-100% eingestellt, an allen Körperbereichen anwendbar, niedrige Beschaffungskosten, einfache und risikofreie Anwendung.
Iontophorese: Gute Ergebnisse bei leichter bis mäßiger Hyperhidrose, schonendes.
Botulinumtoxin: hohe Ansprechrate, schnelle Reduzierung der Schweißsekretion.
Psychotherapie: keine körperliche Belastung.




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07. Nachteile der nichtoperativen Methoden:


Antitranspiranten: regelmäßige Anwendung (alle 2-3 Tage), Trocknen lassen, damit keine Flecken entstehen.
Iontophorese: Hoher Zeitaufwand (20 Minuten alle 2-4 Tage), umständliche Prozedur, nur für Füße und Hände geeignet.
Botulinumtoxin: umstritten, da lähmendes Nervengift (bei Einnahme kann es tödlich sein) hohe Kosten, Behandlung muss alle 6 Monate wiederholt werden.
Psychotherapie: schlechte Ansprechrate, Erfolgsnachweis ungewiss.




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08. Vorteile der operativen Methoden:


Absaugung: hohe Ansprechrate.
Sympathektomie: hohe Ansprechrate.
Exzision: vorerst gute Ergebnisse.



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09. Nachteile der operativen Methoden:


Absaugung: Operationsrisiken, hohe Kosten, Wiederauftreten leichter Schweißsekretion nach einiger Zeit.
Sympathektomie: Operationsrisiken, Wundheilstörungen und Narben können auftreten.
Exzision: Operationsrisiken, Nebenwirkungen, Wiederauftreten leichter Schweißsekretion nach einiger Zeit.



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10. Medizinische Behandlungsmethoden ohne Operation - pflanzliche und chemische Medikamente:


Ein Mediziner hat auch einige nichtoperative Therapiemöglichkeiten gegen das übermäßige Schwitzen. Zu den wichtigsten Mitteln zählen Antitranspiranten („Gegenschwitzstoff“) und Botulinumtoxin (Botox).
- Die Antitranspiranten sind bestimmte chemische Stoffe, die auf die Haut aufgetragen werden und durch Verschließen der Drüsenausführungsgänge die Schweißbildung unterdrücken, dadurch werden die feine Poren und Gänge, die den Schweiss durch die Haut an die Oberfläche führen, „verstopft“.

Aluminiumchlorid-Behandlung: Ein sehr wichtiger Anti-Schwitz-Stoff ist Aluminumchlorid, der in üblichen Deos verwendet wird. Die medizinischen Deos, die vom Hautarzt rezeptiert werden, enthalten das Aluminiumchlorid viel höher konzentriert als handelsübliche Deos und sind damit wirksamer. Die häufigen Nebenwirkungen von AlCl-Lösung sind Juckreiz, Rötungen und Hautirritationen.

Eichenrindenauszüge/Gerbstoffe: Weiterer Antschitzstoff wird aus der Eichenrinde gewonnen, dabei werden aus Eichenrinde bestimmte Gerbstoffe gewonnen, welche die Schweissbildung drosseln. Auf dieser Basis werden z. B. Tannolact, Tannosynt hergestellt. Diese Medikamente können als Bäder oder Cremes das milde Schwitzen gut dämpfen.

Weitere Wirkstoffe wie Hexamethylentetramin (Methenamin) sind ebenfalls zur äusseren Behandlung geeignet. Beim Kontakt des Hexamethylentetramins mit Schweiß entsteht Formaldehyd, das das Eiweiss im Schweiß denaturiert und dadurch einen Verschluss der Schweißdrüsen verursacht.

Antischwitztabletten: Die unterschiedliche Medikamente zum Einnehmen gegen das Schwitzen werden in drei Gruppen augteilt: - homöopathische Mittel, - pflanzliche Mittel und schulmedizinische  Tabletten, die je nach individueller Erfordernis rezeptiert werden. Die schulmedizinischen Medikamente (Anticholinergika, Psychopharmaka oder Beta-Blocker) sind sicher am stärksten wirksam, bringen allerdings auch die Nebenwirkungen.

Gartensalbei (Salvia officinalis): Salbei (als Tee oder als fertiges Medikament) ist ein bewährtes pflanzliches Mittel gegen Schwitzen, Die Wirkstoffe des Salbeis zügeln das vegetative Nervensystem sowohl innerlich als auch äußerlich, dabei wird die Schweissbildung mild, aber zuverlässig gehemmt.

- Botulinumtoxin (Botox®) ist ein Wirkstoff, der die Befehlskette zwischen Nervensystem und Schweissdrüse unterbricht.



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11. Medizinische Behandlungsmethoden ohne Operation - Iontophorese – Gleichstrombehandlung:


Zur Behandlung des Schwitzens an Händen, Füssen und Achselhöhlen wird seit 30 Jahre die Iontophorese angewendet, dabei werden die Schweissdrüsenfunktion durch die kontinuierliche oder hochfrequente gepulste Gleichströme zuverlässig inaktiviert. Der genaue Wirkmechanismus ist unbekannt. Ausser der Schweissbildung lassen sich noch andere Krankheiten mit der Leitungswasser-Iontophorese bessern: therapieresistente Verrucae vulgaris (Warzen) an Händen oder Fußsohlen sowie rezidivierende dyshidrosiforme Hand- oder Fußekzeme, postoperative Hyperhidrosis und Sudeck-Syndrom sowie Neigung zu Gram-negativen Fußinfekten, Keratoma sulcatum und Mykosen (Leitlinien der DDG).



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12. Medizinische Behandlungsmethoden ohne Operation - Botulinumtoxin-Behandlung:


Die Behandlung des übermäßigen Schwitzens mit Botulinumtoxin ist heute sicherlich die sicherste und zuverlässigste Behandlung der lokalisierten Hyperhidrose, dabei hat die chemische Überarbeitung von Botulinumtoxin (andere Firmennamen der Medikamente: Botox®, Vistabel®, Xeomin®, Dysport®) hat die Behandlung der Hyperhidrose revolutioniert. Das Vorgehen ist standardisiert - nach Desinfektion der Haut wird in die Haut an mehreren Punkten eine kleine, genau berechnete Menge des Botulinumtoxin an die Schweißdrüsen eingespritzt. Da die Einstiche in die Haut an Händen oder Füssen relativ schmerzhaft sind, wird eine örtliche Betäubung durchgeführt oder eine schmerzstillende Creme aufgetragen.  Der Behandlungseffekt merkt man nach 18-24 Stunden, die Wirkung dauert zwischen 3 und 12 Monaten. Die Wirkung ist sehr zuverlässig und weitgehend nebenwirkungsfrei.



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13. Operative Behandlungen der Hyperhidrose:


Wenn die genannten Behandlungen keinen Erfolg zeigen, könnte eine der folgenden operativen Therapiemethoden helfen. Es handelt sich dabei um teils neue, teils altbewährte Operationsverfahren, die allerdings keine hundertprozentige und für immer dauerhafte Problemlösung versprechen.
- Absaugung der Achselschweißdrüsen Diese Operation ist auch unter dem Begriff Achselsaugkürettagen bekannt. Die ursprünglich für die Fettabsaugung erfundene sogenannte Tumeszenzanästhesie erlaubt auch die Schweissdrüsenabsaugung sicher und problemlos durchzuführen. Nach Durchführung dieser Lokalbetäubung werden dabei über kleine Hautschnitte die Unterseite der Haut mitsamt Fett und Schweissdrüsen abgetragen und weggesaugt. Der Eingriff ist kaum belastend und fast schmerzfrei. Die Operation kann ambulant erfolgen. Als mögliche, allerdings milde Komplikationen können in etwa 10% der Operationen auftreten: Wundheilungsstörungen, Serome (Wundwasseransammlung), Gefühlsstörungen in der Achselhöhle und verminderter Haarwuchs der Achselhöhlen. Die Wirkung ist durchschlagend und relativ dauerhaft.
- Lokale Schweißdrüsenexzision (Exzision = Ausschneidung): Diese Operation war vor der Entwicklung der Schweissdrüsenabsaugung als Standartoperation beim übermäßigen Schwitzen angesehen, sie ist auch noch in einigen Fällen sinnvoll. Dabei sollte man sich über die Risiken und Nebenwirkungen, wie Wundheilungsstörungen und große sichtbare Narben mit möglichen anschließenden plastischen Operationen, umfassend informieren lassen.
- Die operative Nervenblockade. Diese elegante Operationsidee führt zur Zerstörung der Nervenäste, die die Schweissdrüsen zum Schwitzen anregen, dabei werden bei dieser Methode nur die lokalen Fälle behandelt, in Ganzkörperschwitzen läßt sich aber so nicht beseitigen. Die Operation erfolgt in Vollnarkose und erfolgt in sog. "Schlüssellochtechnik". Durch ein Endoskop wird Brust- oder Bauchhöhle gespiegelt und der Schweissnerv durchtrennt, teilentfernt oder geclippt. Die Erfolge sind gut. Die mögliche Komplikationen bekannt, man sollte sich auch hier über die Risiken umfassend informieren lassen.



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