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01. KRAMPFADERN - Allgemeine Information über die Venen

Im so genanten Kreislauf fließen ungefähr fünf Liter Blut ununterbrochen durch unseren Körper. Die Pumpfunktion des Herzens bildet die treibende Kraft. Das Blut, das nach Passage der Lunge mit Sauerstoff angereichert ist, strömt von hier aus durch die Arterien in alle Gewebe. Nach dem dort Sauer- und Nährstoffe verbraucht worden sind, fließt es, mit Stoffwechselprodukten angereichert, in den Venen zum Herzen zurück. Nur 15% des gesamten Blutvolumens befinden sich in den Arterien, während über 80 % im Venensystem gespeichert sind. Denn neben der Sammel- und Rücktransportfunktion dient das Venensystem auch als Speicherreservoir. Man spricht vom “venösen Pool”. Die Steuerung dieses Sammelbeckens erfolgt über den venösen Tonus. Hierunter versteht man die Fähigkeit der Venen, ihre dünne, elastische und muskuläre Wand anzuspannen oder erschlaffen zu lassen. Diese Eigenschaft ist z.B. beim morgendlichen Aufstehen wichtig, denn kaum setzen wir unsere Füße auf den Boden und richten uns aus dem Bett auf, droht das Blut nach unten, d.h. in die Beine zu versacken. Nur die blitzschnelle Erhöhung des Venentonus und die Umverteilung einer größeren Blutmenge aus dem venösen Pool in den Gesamtkreislauf verhindert eine Blutleere im Kopf, weswegen wir sonst ohnmächtig zurück auf das Bett fallen würden.

Die Funktion der Venen besteht im Rücktransport des Blutes zum Herzen, in der Speicherung des Blutes im “venösen Pool” und in der Regulation des Wärmehaushaltes.

Eine weitere Funktion des Venensystems besteht in der Wärmeregulation. Wird es dem Körper zu warm, d.h. ist überschüssige Wärme vorhanden, erweitern sich die Venen. Der Organismus kann die Wärme nun leicht abgeben. Bei Kälte verhält es sich umgekehrt. Die Venen ziehen sich zusammen, die Körperwärme bleibt im Inneren gespeichert. Betrachtet man einen Menschen im Stehen, so fragt man sich, wie das Blut aus den Beinen wieder zum Herzen gelangt, zumal es hierbei ja entgegen der Schwerkraft nach oben fliessen muss. Im Laufe der Entwicklungsgeschichte liess sich die Natur hier ein paar Mechanismen einfallen, die aber nur in ihrer Gesamtheit einen problemlosen Blutabfluss aus den Beinen gewährleisten.

Die wichtigste “Erfindung” sind so genante Klappen, die alle 6-7 cm in den Venen zu finden sind. Sie arbeiten wie ein Ventil und erlauben den Blutfluss nur in eine Richtung- nach oben zum Herzen hin. Wenn sich die Klappen schliessen, kann das Blut nicht mehr nach unten fliessen.

Weitere „Hilfe“ für die Venenfunktion sind die Muskeln. Die Muskelpumpe ist für eine optimale Venenfunktion unverzichtbar. Zieht sich der Muskel zusammen, so presst er die Wände der umliegenden Venen aufeinander. Das Blut beginnt durch den Druck in Richtung Herz zu fliessen, da die Venenklappen eine andere Richtung verhindern. Die Wadenmuskulatur leistet hierbei die Hauptarbeit, aber auch die kleinen Muskeln am Fussballen und die grossen Muskeln am Oberschenkel, z.B. der Quadriceps, haben an dieser Pumpwirkung Anteil.

Auch die sog. Arterienpumpe ist am venösen Rückfluss beteiligt. Betrachtet man den Körperbau am Unterschenkel, so findet man Gefäßbündel, die aus einer engen Verflechtung bestehend aus einer Arterie und zwei Venen aufgebaut sind. Jede Pulswelle, die vom Herzschlag ausgelöst wird, führt in diesen Arterien zu rhythmischen kurz dauernden Erweiterungen, die die in engster Umgebung verlaufenden Venen zusammendrücken. Die Folge ist auch hierbei ein passiver Blutfluss in den Venen, der bei intakten Klappen herzwärts strömt.

Die Atmung ist ebenfalls für den Venenabfluss wichtig. Denn jede Einatmung erzeugt im Brust- und Bauchraum einen Unterdruck, der das Blut aus den Beinen regelrecht ansaugt. Hier verhindern die Venenklappen, dass bei Erhöhung des Druckes in Brust- und Bauchraum wie z.B. während der Ausatmung, beim Husten etc., das Blut nicht zurück in die Beine fließt.


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02. KRAMPFADERN - Der Aufbau des Venensystems am Bein:

Das Venensystem am Bein besteht aus zwei Venentypen:

- Oberflächliche Venen,
- Tiefe Venen
Beide Venentypen sind über eine Vielzahl von kleinen Ästen untereinander verbunden. Die oberflächlichen Venen liegen knapp unter der Haut, sind bei manchen Menschen bläulich sichtbar und können zu hässlichen Krampfadern führen. Sie sammeln das Blut aus den oberflächlichen Schichten wie der Haut und Unterhaut und leiten es in ihrem Verlauf herzwärts zur Leiste über eine grosse Anzahl so genanten Verbindungs- oder Perforansvenen in das tiefe Venensystem weiter. Ihre Klappen verhindern, dass Blut aus der Tiefe in das oberflächliche System strömt. Über 150 derartige Perforansvenen sind bekannt, von denen sich die meisten auf der Innenseite des Ober- und Unterschenkels befinden. Ihre Bedeutung für den Rücktransport des Blutes zum Herzen ist eher gering, da nur 20% des Blutvolumens hier hindurch fliessen. Diese Transportaufgabe ist vor allem den tiefen Venen vorbehalten, die von Bindegewebe, Muskel und Arterien umgeben, fast das gesamte Blut (80%) zum Herzen zurückführen. Sie vermögen es auch spielend, ihre Transportkapazität zu steigern, wenn sich etwa der venöse Abstrom aus den oberflächlichen Venen vermindert wie z.B. nach einer Venenoperation oder aber durch Krampfaderbildung, da dann diese kaputten Venen funktionslos sind und somit als Transportgefässe ausfallen.
Die tiefen Venen, auch Haupt- oder Leitvenen genannt, liegen im Inneren des Beines nahe dem Knochen von Muskeln umschlossen. Sie treten meist als Bündel auf, das aus zwei Venen und einer Arterie besteht, die eng miteinander verflochten sind. Verschiedener solcher Bündel vereinigen sich auf Kniehöhe zur grossen Beinvene (Vena femoralis).Die tiefen Venen befördern fast das gesamte Blut zum Herzen zurück. Sie sind im Gegensatz zu den oberflächlichen Venen für den Kreislauf unentbehrlich. Kommt es in den tiefen Venen zu Blutgerinnseln (Thrombosen), so wird der Blutfluss zum Herzen empfindlich gestört, da das tiefe System nur auf wenige andere Venen als Umgehungskreislauf ausweichen kann. In der Folge entwickelt sich die chronisch-venöse Krankheit.
Das Bein ist von einem riesigen Netzwerk an oberflächlichen Venen umgeben, doch kann man neben vielen kleinen Nebenästen so genante Hauptstämme unterscheiden: Zu diesen zählen die kleine und grosse Rosenvene sowie ihre Nebenäste. Die grosse Rosenvene (Vena saphena magna) entspringt in der Nähe des Innenknöchels am Fuss und zieht an der Innenseite des Beines entlang nach oben, bevor sie im Bereich der Leiste in das tiefe Venensystem mündet. Mehrere Seitenäste vereinigen sich am Ober- und Unterschenkel mit ihr. Auf der ganzen Länge ist sie immer wieder über Verbindungs- (Perforans-) äste mit den Venen in der Tiefe verbunden. Die kleine Rosenvene (Vena saphena parva) verläuft auf der Rückseite der Wade senkrecht nach oben. Sie entspringt in der Nähe der Achillessehne und mündet knapp oberhalb der Kniekehle in das tiefe System. Beide Stämme sind aber nicht nur mit den tiefen Venen sondern auch untereinander durch unzählige kleine Äste verbunden.


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03. KRAMPFADERN - Venenleiden:

Der Ausdruck “Venenleiden” ist ein Sammelbegriff für alle Erkrankungen des oberflächlichen wie auch des tiefen Venensystems und ihrer Folge - der chronischen venösen Krankheit (Insuffizienz).
Zu den Erkrankungen des oberflächlichen Venensystems zählen Besenreiser, Krampfadern (Varizen) und ihre Komplikationen wie Entzündung, Varizenblutung und Beingeschwür. Auch die oberflächliche Venenentzündung gehört hierzu.
Die Erkrankungen des tiefen Venensystems beinhalten Thrombosen (tiefe Venenthrombose) und ihre Komplikationen wie Lungenembolie und die chronische Zerstörung ihrer Klappen, die zum postthrombotischen Syndrom führt.
Alle diese Krankheitsbilder führen zur chronischen venösen Insuffizienz, die mit Schwellungsneigung der Beine, Hautverfärbung und Verhärtung bis hin zum “offenen Bein” einhergehen kann. Sie wird ebenfalls unter dem Begriff “Venenleiden” zusammengefasst.


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04. KRAMPFADERN - Definierung:

Unter Krampfadern auch Varizen oder Varikosis genannt versteht man krankhaft erweiterte und geschlängelte Venen. Die Bedeutung der entstandenen Krampfader (der Name kommt übrigens von krumm) liegt nicht darin, kosmetisch unschön auszusehen, sondern sie stellt eine empfindliche Störung im Venenabfluss des Beines dar.Sind sie einmal vorhanden, bilden sie sich nie mehr zurück. Am Anfang der Krampfaderentwicklung steht die Schädigung einer Venenklappe. Typischerweise sind als erstes diejenigen Klappen der grossen und kleinen Rosenvenen betroffen, die nahe den Einmündungsstellen in der Tiefe liegen - also im Bereich der Leiste und der Kniekehle. Warum das so ist, weiss man noch nicht. Wahrscheinlich spielt ein vererbter Klappenschaden eine Rolle, der zusammen mit bestimmten Risikofaktoren dann irgendwann das “AUS” dieser Klappen bedeutet. Und damit nimmt das Schicksal der Vene seinen Lauf. Denn nun kann das Blut im Bein zurückströmen, anstatt durch den Ventilmechanismus der intakten Venenklappen gezwungen, nur herzwärts zu fliessen. Das ist immer dann der Fall, wenn sich der Druck im Bauchraum erhöht wie beim Pressen auf der Toilette, beim Husten oder beim Heben schwerer Lasten. Unter dieser Belastung geht irgendwann dann auch die nächste Klappe zugrunde und so weiter und so weiter. In der Folge wird die Funktion der Vene aufgehoben, d.h. das Blut fliesst nicht mehr gezielt zum Herzen, sondern “pendelt” im kaputten Venenabschnitt. Es staut sich dort und erweitert die Venen, so dass sie aussacken und sich zu schlängeln beginnen.


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05. KRAMPFADERN - Typen:

Stamm- und Seitenastvarikosis ist eine sehr häufige Krampfaderform, die auch medizinisch die grösste Bedeutung hat - die sog. Stamm- und Seitenastvarikosis. Sie tritt im Verlauf der kleinen und grossen Rosenvene so wie deren Seitenäste auf- also an der Innenseite des Beines und auf der Rückseite der Wade. Ihre Entstehung wurde schon im vorherigen Kapitel beschrieben, d.h. auch wenn diese Varikosis erst am Unterschenkel sichtbar wird, ist der Stamm trotzdem meist bis zur Leiste bzw. Kniekehle funktionslos.
Leidet man an einer Stamm- und/oder Seitenastvarikosis, so ist dies ein Hinweis auf ein fortgeschrittenes Venenleiden, das unbehandelt zum offenen Bein führen kann.

- Netzvarikosis ( Retikuläre Varikose )
Bei der Netzvarikosis handelt es sich um erweiterte kleine Venen, die knapp unter der Haut liegen und überall am Bein auftreten können. Auf dem Blutabfluss haben sie kaum Bedeutung. Sie spielen vor allem eine kosmetische Rolle, doch ist es möglich, dass sie in Einzelfällen lokale Beschwerden wie Juckreiz, Schmerzen etc. Verursachen. Die Netzvarikosis und Besenreiser können die ersten Anzeichen und Vorläufer für ein Venenleiden sein.

- Geplatze Äderchen (Besenreiser)
Diese kleinsten und feinsten Äderchen werden Besenreiser genannt, da sie den Verzweigungen des Birkenreisig ähneln, das früher zu Birkenreisigbesen gebunden wurde. Ihre Entstehungsursache ist unklar, ihre Bedeutung fast ausschliesslich kosmetisch. Sie werden unter Besenreiser genauer besprochen.


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06. KRAMPFADERN - Ursachen:

Die Ursachen einer Krampfaderbildung liegen oft in defekten Venenklappen im Bereich der Leiste und Kniekehle. Aus diesem Grund müssen diese Gebiete immer mituntersucht und ggf. mitbehandelt werden, auch wenn die Varizen nur am Unterschenkel sichtbar sind. Das Zugrundegehen von Klappen ist aber nicht nur auf den Leisten- und Kniekehlenbereich beschränkt, sondern kann überall am Bein auftreten. Bestimmte Risikofaktoren beschleunigen diesen Prozess:

- Bindegewebeschwäche …

Bindegewebeschwäche ist ein Hauptfaktor bei der Entstehung von Krampfadern. Hierunter versteht man eine erblich vorgegebene Veranlagung zu lockerem Bindegewebe, das unter Belastung schneller nachgibt. Meist findet sich bei den Eltern und Geschwistern des Patienten ebenfalls ein Venenleiden. An einer vererbten Bindegewebeschwäche ist jedoch nichts zu ändern. Frauen sind hiervon vermehrt betroffen, da ihre Hormone zusätzlich auf das Bindegewebe wirken und seine Festigkeit herabsetzen.

Bindegewebeschwäche führt nicht selten auch dazu, dass bestimmte Fettpölsterchen, zum Beispiel an den Hüften, am Po (sogenannte Reiterhosen), zwischen den Oberschenkeln, am Bauch etc. entstehen. Diese sind auch dann vorhanden, wenn das Gewicht reguliert wurde und/oder Sport getrieben wird. Hierbei handelt es sich um vererbte konstitutionelle Faktoren. Auch die Cellulite gehört zur Bindegewebeschwäche.


- Schwangerschaft …

Die Bindegewebeschwäche verstärkt sich bei vielen jungen Mädchen noch durch die Einnahme hormonhaltiger Verhütungsmittel. Frauen sind aber auch noch aus einem anderen Grund vermehrt von Krampfadern betroffen - nämlich durch ihre Schwangerschaften. Etwa 30% aller Schwangeren leiden beim ersten, ca. 50% beim zweiten Kind unter Venenbeschwerden, auch wenn sich diese oftmals nach der Geburt wieder zurückbilden. Die Ursache hierfür liegt im großen Druck, den die Gebärmutter dann im kleinen Becken und Bauchraum ausübt und mit dem sie auf die großen Blutgefässe drückt, so dass der venöse Abfluss aus dem Bein erschwert ist.


- Übergewicht und Verstopfung

Aber nicht nur Schwangerschaften, sondern auch andere Faktoren, die den Druck im Bauchraum erhöhen, können die Bildung von Krampfadern begünstigen. In erster Linie zählt hierzu das Übergewicht, bei dem im Bauch vermehrt Fettgewebe “drückt”. Aber auch eine chronische Verstopfung kann infolge der Füllung des Mastdarmes mit hartem Kot sowie dem starken Druck bei der Stuhlentleerung auf der Toilette am Blutabfluss hinderlich sein. Körperbewegung das Mass der Bewegung spielt eine ganz wesentliche Rolle. Eine Vene möchte täglich trainiert werden, denn nur so bleibt ihre Wand geschmeidig und elastisch. Nimmt das Ausmass der täglichen Bewegung ab, so verkümmern die Muskelfasern der Venen, sie “ leiern aus”. Dies ist der Grund dafür, dass vor allem die stehenden und sitzenden Berufsgruppen wie Coiffeur, Koch, Sekretärin, Verkäuferin etc. über Venenleiden klagen, während aktive Menschen nur selten derartige Probleme kennen.


- Alter

Natürlich begünstigt auch das Alter die Krampfaderentstehung, da beim älteren Menschen die Elastizität der Venen nachlässt. Genussgifte wie z.B. Alkohol können die Beinbeschwerden verstärken, in dem sie auf die Venenwände noch zusätzlich erweiternd wirken.


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07. KRAMPFADERN - Gefahren der Krampfadern:

Noch immer sind leider viele Patienten der Meinung, Krampfadern seien ein rein kosmetisches Problem. Dies ist ein folgenschwerer Irrtum, da die Varikosis eine Erkrankung darstellt, die unbehandelt stetig fortschreitet und zu Ekzemen , offenen Beinen, Thrombosen aber auch Blutungen führen kann, d.h. zu unangenehmen Komplikationen mit schwerwiegenden Folgen, unter denen die Betroffenen dann oft ein Leben lang leiden müssen. Krampfadern sollten deshalb nicht verharmlost, sondern frühzeitig von einem Arzt untersucht werden. Nur so lassen sich Folgeschäden verhindern.

Grosse Studien an Patienten mit Venenleiden zeigten, dass diese Erkrankung mit Sicherheit voranschreitet, sofern eine richtige Behandlung versäumt wird. Gleichgültig, ob es sich „nur“ um Krampfadern oder um die Folgen einer schweren Venenthrombose handelt – in jedem Fall ist die Funktion der Gefässe derart gestört, dass sich das venöse Blut in den Beinen staut. Hierdurch kommt es zu einer Schädigung der Haut - zuerst mit Farbveränderungen und dann mit den typischen Beschwerden wir Juckreiz, Ekzem bis hin zum offenen Bein. Die Stauung des venösen Blutes kann aber auch zu anderen Komplikationen führen wie Venenentzündung und -thrombose, wobei beide Ereignisse die venöse Situation noch weiter drastisch verschlechtern.


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08. KRAMPFADERN - Drei Stufen der Venenkrankheit:

Man teilt die chronische Venenkrankheit, auch chronisch-venöse Insuffizienz genannt, in die folgenden drei Stufen ein:

Stufe 1. Bläuliche Hautvenen und Ödeme (Wasser)
Stufe 2. Hautverfärbungen, Juckreiz, Ekzem (Entzündung)
Stufe 3. Offenes Bein, keine Heilung von kleinen Verletzungen.


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09. KRAMPFADERN - Erste Stufen der Venenkrankheit:

Als erstes Anzeichen einer chronischen Venenkrankheit treten kleine, bläulich erweiterte Hautvenen auf, die meist um den Innenknöchel am Unterschenkel gelegen sind. Nicht selten gesellt sich eine Schwellung hinzu, das Ödem (“Wasser in den Beinen”), das sich vor allem dadurch bemerkbar macht, dass der Schuh nicht mehr passen will oder der Strumpf einen Abdruck in der Haut hinterlässt. Dieses erste Stadium ist noch ohne großen Krankheitswert, kann aber auf eine ernste Venenerkrankung hinweisen. Aus diesem Grund sollte auch schon hier eine Abklärung durch einen Beinspezialisten erfolgen.


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10. KRAMPFADERN - Zweite Stufen der Venenkrankheit:

Schreitet die chronische Venenkrankheit weiter fort, weil eine Behandlung verpasst wurde, so gesellen sich zu den erweiterten Venen und dem Ödem ganz typische Merkmale hinzu. Die Haut beginnt sich wie nach einem Sonnenbrand goldbraun zu verfärben. Auch wird sie zunehmend dicker, härter und berührungsempfindlich. Das ganze Bein scheint manchmal heiß, bisweilen rot und oft setzt ein quälender Juckreiz ein. Vielmals entwickelt sich hieraus ein Ekzem. Alle diese Zeichen weisen auf eine hochgradige Störung im Hautbereich hin, die in Kürze zum “offenen Bein” führen kann. Eine richtige Behandlung darf nun in keinem Fall weiter hinausgezögert werden! Diese besteht vor allem in einer konsequenten Kompressionstherapie aus Verbänden mit elastischen Binden oder einem “Gummistrumpf”. Ist hierunter die Schwellung aus dem Bein verschwunden, d.h. nach ca. 2-4 Tagen, so lassen auch schlagartig alle Beschwerden nach. Je nach Ursache ist eine weiterführende Therapie möglich: Liegt der chronischen Venenkrankheit ein Krampfaderleiden zugrunde, so besteht die Möglichkeit einer Operation oder Verödungstherapie mittels Spritzen, die oftmals die normalen Verhältnisse am Bein wiederherstellen, vorausgesetzt, der Eingriff erfolgt nicht zu spät. Ist eine alte Thrombose der Grund für die Veränderung, so bleibt leider nichts anderes übrig, als eine langfristige konsequente Kompressionstherapie durchzuführen.

Das zweite Stadium der chronischen Venenkrankheit, das mit Hautverfärbung und -verdickung sowie Juckreiz und Ekzem einhergeht, weist auf eine schwere Erkrankung der Venen hin, wobei es sich um die Folgen von Krampfadern und auch Thrombosen handeln kann. Will man ein “offenes Bein” vermeiden, muss sofort eine Abklärung beim Spezialisten durchgeführt und eine konsequente Behandlung begonnen werden.


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11. KRAMPFADERN - Dritte Stufen der Venenkrankheit:

Dritte Stufe - das “offene Bein” (Ulcus cruris)

Bei einer lang bestehenden Venenkrankheit nimmt die Störung der Haut als Folge der chronischen Stauung am Bein derart zu, dass schon kleinste Verletzungen kaum noch abheilen, d.h. es entwickelt sich ein “offenes Bein” (Ulcus). Auch jetzt ist es für eine Therapie noch nicht zu spät.

In diesem fortgeschrittenen Stadium hilft einzig und alleine die konsequente Kompressionsbehandlung mittels Verbänden gefolgt von einem “Gummistrumpf”. Eine fachmännische Durchführung vorausgesetzt, wobei oftmals der Patient genau instruiert wird, wie die Verbände anzulegen sind, heilt jedes offene Beingeschwür innerhalb weniger Wochen ab, sofern andere Ursachen wie arterielle Durchblutungsstörungen oder ein Blutzuckerleiden ausgeschlossen werden konnten. Hierbei ist es vollständig gleichgültig, mit was für Substanzen das Ulcus behandelt wird. Ganz im Gegenteil - vielmals führen Medikamente wie Puder und Salben nur zu einer Heilungsverzögerung oder -behinderung, da sie Allergien verursachen.
Der Schlüssel zum Erfolg heißt vielmehr: Verbände, Verbände und nochmals Verbände. Hierunter heilt jedes Ulcus ab und ein stationärer Krankenhausaufenthalt wird fast immer unnötig. Besser als die Therapie des “offenen Beines” ist jedoch seine Vorbeugung d. h man sollte es niemals soweit kommen lassen, sondern sich schon viel früher, d.h. bei den ersten Zeichen einer chronisch-venösen Insuffizienz vom Spezialisten abklären und behandeln lassen.


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12. KRAMPFADERN - Komplikationen der Venenerkrankungen - Venenentzündung:

Die “Venenentzündung”


Vor allem bei fortgeschrittenen Krampfadern reichen oft schon kleine Ursachen aus, wie z.B. ein Schlag gegen das Bein, längere Sitz- oder Liegeperioden etc., eine Entzündung der Venen auslösen, die prinzipiell aber auch “normale” Gefäße erfassen kann.


Merkmale der Venenentzündung:

Bei einer Venenentzündung, Phlebitis genannt, entzünden sich die oberflächlichen Venen, werden rot, heiss, schwellen an und sind als harte Stränge tastbar, die gestocktes Blut beinhalten. Sie ist meist harmlos, wenn auch schmerzhaft, doch kann selten auch einmal das tiefe Venensystem mitbeteiligt sein. Aus diesem Grund sollte zur Beurteilung immer ein Arzt aufgesucht werden. Die Venenentzündung wird auch als kleine Schwester der Thrombose bezeichnet.


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13. KRAMPFADERN - Komplikationen der Venenerkrankungen - Venenenthrombose:

Die Thrombose


Die tiefe Venenthrombose ist im Vergleich zur Venenentzündung wesentlich gefährlicher. Ihr Name rührt daher, dass sich in den tiefen Venen, also denen zwischen Muskeln und Knochen, ein Blutgerinnsel bilden kann (die Thrombose), das die Venen regelrecht verstopft.

Unter Thrombosen versteht man die Gerinnung von Blut in den Venen. Findet diese Gerinnung in äußeren Venen statt, so spricht man von der so genannten Venenentzündung, Phlebitis oder Thrombophlebitis. Sie ist sehr schmerzhaft aber oftmals harmlos. Kommt es zur Blutverklumpung, das heisst Thrombosebildung in den Tiefen Venen, ist der venöse Hautabfluss zum Herz gestört. Diese so genannten Tiefen Venenthrombosen sind sehr gefährlich, da Teile hiervon in Richtung Herz und Lunge gespült werden können mit der Gefahr einer so genannten Lungenembolie, die auch heutzutage immer noch tödlich verlaufen kann. Die tiefe Venenthrombose - oft unbemerkt aber gefährlich.

Das Blut muss sich nun Umleitungen suchen, will es weiter herzwärts fliessen und findet diese auch im Bereich anderer tiefer oder manchmal sogar oberflächlicher Venen. Das sind die, die knapp unter der Haut verlaufen und sich dann unter diesem vermehrten “Umleitungsblutfluss” ebenfalls zu Krampfadern verändern können.


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14. KRAMPFADERN - Therapie der tiefen Venenthrombose:

Im akuten Fall einer tiefen Venenthrombose schwillt das Bein oft an, wird bläulich und schmerzhaft. In solchen Fällen muss unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden, um die richtige Diagnose zu stellen. Doch nicht immer finden sich die Zeichen einer Thrombose so sicher. Diese ist notwendig, um ein Weiterwachsen der Thrombose und eine Lungenembolie zu verhindern. Eine solche entsteht dadurch, dass sich ein Teil des Blutgerinnsels löst und im Blut zur Lunge strömt, wo es regelrecht “stecken bleibt”. Die Lungenembolie kann unbehandelt tödlich enden. Moderne Medikamente wie das so genannte Heparin schaffen einen sofortigen Schutz und können diese Gefahr bannen. Die Entwicklung dieser Medikamentenklasse, die als Fertigspritze vom Patienten selbst gespritzt werden kann, hat die Behandlung der tiefen Venenthrombose revolutioniert: Während bis vor wenigen Jahren jede tiefe Venenthtrombose als Notfall in das Krankenhaus eingeliefert wurde, lassen sich heutzutage tiefe Venenthrombosen und leichtere Lungenembolien ambulant nur mit Spritzen behandeln. Ein Krankenhausaufenthalt und Bettruhe ist nicht mehr nötig. Die moderne Behandlung dieser Krankheitsbilder besteht neben der täglichen Heparinspritze aus dem Anlegen eines kräftigen Verbandes (Kompressionsverband / Kompressionsstrumpf). Schon nach wenigen Tagen kann dann auf die Blutverdünnung durch Medikamente (Marcumar, Sintrom) umgestellt werden. Hierbei wird das Mass der Blutverdünnung durch den so genannten Quick-Test gemessen. Die Blutverdünnung nach tiefen Venenthrombosen oder leichter Lungenembolien wird heute für 3-6 Monate durchgeführt. Während dieser Zeit sollte auch der Kompressionsstrumpf zumindest kniehoch der Klasse ll getragen werden. Dieser verhindert die Ausbildung von so genannten inneren Krampfadern. Hierunter versteht man die Zerstörung der Venenklappen im tiefen System, die sehr oft als Folge einer Thrombose eintritt, so dass der regelrechte Bluttransport zum Herzen nicht mehr gewährleistet ist. Denn durch die funktionslosen Klappen kann das Blut zurück - d.h., anstatt zum Herzen wieder nach unten fliessen. Als Folge schwillt das Bein chronisch an und es treten im Laufe der Zeit all die Veränderungen auf, wie im vorherigen Kapitel “Die Folgen der Venenkrankheit” beschrieben. Die einzige Behandlung, die hier hilft, besteht im konsequenten Tragen des Kompressionsstrumpfes. Ganz wesentlich ist auch die Ursachenforschung bei dem Auftreten einer tiefen Venenthrombose. Oftmals sind es bekannte Risikofaktoren wie eine Flugzeugthrombose (Economy – Class - Syndrom), schwerere Erkrankungen die sich nicht selten durch eine Thrombose erstmals zeigen oder auch die Kombination aus Einnahme der Antibabypille und Rauchen. In manchen Fällen lässt sich die Ursache einer Thrombose nicht so einfach feststellen, dann lohnt sich eine Gerinnungsabklärung um zu schauen, ob eventuell bestimmte Gerinnungsfaktoren im Blut nicht richtig funktionieren.


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15. KRAMPFADERN - Konservative Therapie:

Die konservative, bzw. nichtoperative Behandlung des Venenleidens besteht zurzeit in aus zunächst einer Behandlung mit Kompressionsstrümpfen oder Beinwickeln zum Einengen der Varizen und der medikamentösen Therapie.


Stützstrümpfe

Das Ziel der Krampfadertherapie ist es, die Durchlässigkeit der Venen in einem möglichst frühen Stadium zu stoppen. Ödeme sollen so verringert, die Versorgung des Gewebes verbessert und die Entstehung von Geschwüren verhindert werden. Körperliche Bewegung ist dabei wichtig. Gehen und liegen wirkt sich positiver aus als stehen und sitzen.
Leichte bis mittlere Beschwerden (z.B. Wasseransammlungen) lassen sich mit Stützverbänden oder -strümpfen behandeln. Dies mindert jedoch nur die Beschwerden, die Krampfadern selbst bleiben bestehen. Trotzdem ist dies die Therapie der ersten Wahl.


Medikamente

Zusätzlich werden pflanzliche Medikamente als Schutz vor Ödemen (Ödemprotektiva) eingesetzt, die eine gefäßabdichtende Wirkung haben sollen. Über ihren Nutzen streiten sich jedoch Fachleute. Es gibt einige Studien, in denen Rosskastanienextrakt sowie das daraus isolierte Stoffgemisch Aescin, Troxerutin und Hydroxyethylrutoside positiv bewertet wurden.

Diuretika sollen das Wasser aus dem Körper schwemmen, venenstärkende Arzneimittel die Spannung der Gefäßwand erhöhen. Die Diuretika sollen nur von den Ärzten angeordnet werden!

Hinzu kommen eine Vielzahl an Venensalben, die vor allem Heparin in unterschiedlichsten Kombinationen mit diversen Pflanzenextrakten enthalten. Es gibt jedoch keinerlei Beweise, dass diese Stoffe die Haut durchdringen und tatsächlich wirksam sind. Wahrscheinlich sind sie beliebt, weil sie leicht aufzutragen sind und das Cremen und Massieren der Beine das Gefühl vermittelt, sich selbst etwas Gutes zu tun.


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16. KRAMPFADERN - Operative Therapie:

Wenn die Bewegungstherapie, die Kneipp-Anwendungen und Kompressionsstrümpfe die Beschwerden nicht lindern können, kommt eine Verödung oder Operation in Betracht.

Zu den operativen Methoden der Krampfadernbehandlung gehören:
- Venen-Stripping, zurzeit von den Krankenkasse erkannte Methode;
- Venenverödung: Schaumtherapie, Sklerotherapie, Lasertherapie;
- CHIVA: Venen erhaltende Therapie;
- Einsatz von Laser von außen (Elipse) und von innen (ELVeS);
- Schrumpfung der Venen durch Radiowellen (VNUS-Closure).
Die Methoden sollte man nicht vergleichen !

Für jeden einzelnen Patienten und sein ganz spezielles Beinproblem wird aus diesen Möglichkeiten die optimale Mischung herausgesucht- je nachdem, welches Ausmaß die Venenkrankheit bereits erreicht hat und wie stark die Beschwerden sind. Erst die Kombination dieser Methoden bringt die kosmetisch schönsten und langfristig erfolgreichsten Resultate.
Grundsätzlich versuchen wir bei jedem Patienten eine ambulante Methode in Lokalanästhesie durchzuführen, so dass der Patient schon kurze Zeit später seinen normalen Alltagsverrichtungen wieder nachgehen kann! Bei uns sind Klinikaufenthalte nur selten notwendig! Auch das Tragen eines Kompressionsstrumpfes wird nach den verschiedenen Behandlungen auf kurze Zeit, das heisst auf ca. 2 Wochen begrenzt. Ein wochen- oder monatelanges Tragen dieser Kompressionsmittel ist durch unseren Einsatz innovativster Verfahren nicht mehr nötig!


Zusammengefasst lassen neueste Methoden die Behandlung erkrankter Venen fast schmerzfrei, unproblematisch und ohne Krankenhausaufenthalt zu. Ängste vor einer großen Operation, wie sie früher üblich waren, gehören heutzutage der Vergangenheit an. Fassen Sie Ihren Mut zusammen und melden Sie sich noch heute zu einer unverbindlichen Venenabklärung an!


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17. KRAMPFADERN - Operative Therapie-Venenstripping:

Beim Standardverfahren, dem so genannten Venenstripping, handelt sich um eine Entfernung der oberflächlichen Beinhauptvene - Vena saphena magna, dabei wird zunächst über einen kleinen Schnitt in der Leiste die Einmündung des oberflächlichen in das tiefe Venensystem freigelegt. Danach werden alle dort einmündenden Venen mit einem Faden zugeknotet und somit verschlossen. Im nächsten Schritt wird in die Stammvene (Vena saphena magna) ein Draht eingeführt, mit dessen Hilfe man den defekten Venenanteil herausziehen kann. Kleinere Seitenäste der Stammvenen können über zusätzliche kleine Schnitte behandelt werden. Sowohl für das "Stammvenenstripping" als auch für die Behandlung der Seitenastvenen gibt es vielfältige technische Variationen, deren Ziel ein optimales funktionelles und kosmetisches Ergebnis ist, z. B. mit Hilfe eines neuen Verfahrens können die Seitenäste intraoperativ unter der Haut mit einem Lichtstrahl per eine Lichtsonde sichtbar gemacht und zerstört werden. Durch die geringe Zahl kleiner Schnitte soll ein optimales kosmetisches Ergebnis erreicht werden.


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18. KRAMPFADERN - Operative Therapie-Behandlung der Perforansvenen:

Sehr oft zeigen sich die Krampfadern bei den krankhaften Verbindungsvenen, die das tiefe mit dem oberflächlichen Venensystem des beines verbinden. Bei Erweiterungen diser Perforansvenen muss jede zu behandelnde defekte Vene gezielt "unterbunden" werden. Dies kann für jede einzelne Vene über einen eigenen kleinen Schnitt in die Haut geschehen oder aber für alle Venen gemeinsam über ein endoskopisches Operationsverfahren erfolgen. Bei letzterem wird ein spezielles Gerät mit Kamera und Arbeitskanal in den Unterschenkel eingeführt, mit dem alle krankhaft erweiterten Perforansvenen unterbunden werden können. Besonders Patienten mit einem offenen Bein profitieren von dieser Methode, da dabei auch eine eventuell verdickte Muskelhülle, welche dann wesentlich zur Verschlimmerung der Erkrankung beiträgt, gespalten werden kann.


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19. KRAMPFADERN - Operative Therapie-die CHIVA-Methode:

Eine elegante, allerdings von den gesetztlichen Krankenkassen in den Leistungskatalog noch nicht aufgenommene Behandlungsmethode kommt aus Frankreich. Sie heist - die CHIVA-Methode, bei der erweiterte Venen im Gegensatz zu allen anderen OP-Verfahren nicht entfernt werden, sondern lediglich mittels Fäden abgeschnürt werden. Die Bezeichnung CHIVA ist eine Abkürzung für "cure hémodynamique de l´insufficience veineuse en ambulatoire". Voraussetzung für diese methode ist - mittels Doppler-Ultraschall muss vorher ein sehr genaues Bild von den Strömungsverhältnissen im Bein gewonnen werden, um die richtigen Stellen der Stammvenen und der Verbindungsvenen zu unterbinden. Der Eingriff kann zumeist ambulant in örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Die Komplikationsrate der Operation soll geringer sein. Da die Venen nicht gezogen werden, kommt es zu geringen Verletzungen der Weichteile, der begleitenden Lymphgefäße und der Hautnerven. Auch die Schmerzen sollen nach der Maßnahme geringer sein als nach einer "normalen" Venenoperation. Die Methode ist sehr zeitaufwendig.


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20. KRAMPFADERN - Nach der Operation

Allgemein gilt für alle Venenoperationen, dass der Patient schon wenige Stunden nach der Operation aufstehen und umhergehen sollte, um den Blutfluss in den Beinen in Gang zu bringen. Da dies leichter fällt, wenn nur ein Bein zurzeit operiert wird, empfehlen viele Operateure, nicht beide Beine gleichzeitig operieren zu lassen. In Abhängigkeit des gewählten OP-Verfahrens ist für ca. 6 Wochen nach der Operation eine Kompressionsbehandlung erforderlich. Die Wundnähte können zumeist zwischen dem 7. und 10. Tag nach der Operation entfernt werden. Verbliebene Seitenäste der Stammvenen lassen sich bei einer Nachuntersuchung etwa 6 Wochen später erkennen und z.B. mittels Verödung entfernen. Auch verbliebene Besenreiser können auf diesem Wege oder mit Hilfe der Radiowellenchirurgie behandelt werden. Da die Operation nur die geschädigte Vene entfernt, ohne jedoch die Ursache zu beseitigen, sollten allgemeine Empfehlungen beachtet werden, um einer neuen Krampfaderbildung entgegenzuwirken.


Mit freundlichen Grüßen
Drs. med. Dieter Haack, Viktor Fehlert und Hanno Schier.


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21. KRAMPFADERN - Aufklärungsgespräch über die Behandlung:

Die Entscheidung für eine Krampfaderentfernung sollte auf der Basis fundierter Informationen und nach individueller medizinischer Untersuchung und Beratung durch einen Experten getroffen werden.

Betrachten Sie das Beratungsgespräch als eine Gelegenheit, sich umfassend über Möglichkeiten und Grenzen in Ihrer speziellen Situation zu informieren und uns und unsere Klinik kennen zu lernen. Gegenseitiges Vertrauen zwischen Patient und Arzt ist die unverzichtbare Grundlage für jede weitere Behandlung.

Selbstverständlich ist ein Beratungsgespräch für Sie unverbindlich und verpflichtet Sie nicht zu einer weiteren Behandlung in unserer Klinik. Eine fundierte individuelle Beratung ist aufwendig, erfordert ausreichend Zeit und hohe fachliche Kompetenz. Für das Beratungsgespräch sollten Sie deshalb genügend Zeit mitbringen.

Sie können maßgeblich zur Effektivität der Beratung beitragen, wenn auch Sie sich darauf vorbereiten. Zunächst sollten Sie sich über Ihre Überlegungen und Vorstellungen klar werden. Die folgenden Fragen können hierbei, wie auch bei der späteren Entscheidungsfindung und Absicherung hilfreich sein. Notieren Sie kurz alle Sie interessierenden Fragen. Auch Angaben zu eventuell früheren Operationen, Verletzungen sowie chronischen Erkrankungen und Medikamenteneinnahmen sind wichtig. Vergessen Sie bitte nicht, Ihre Notizen zum Beratungstermin. Im Beratungsgespräch sollen Ihre Wünsche und Vorstellungen in einem offenen und vertrauensvoll geführten Gespräch mit dem Operateur so konkret wie möglich angesprochen und vor dem Hintergrund des chirurgisch realistischerweise Machbaren und Sinnvollen geklärt werden. Dazu ist eine genaue Untersuchung der betroffenen Venenbereiche notwendig. Informieren Sie sich sowohl über Ihre individuellen Behandlungsmöglichkeiten, als auch über die Grenzen und Risiken der Operation sowie die alternativen Behandlungsoptionen.

Die Demonstration des grundsätzlichen Vorgehens anhand von Schemazeichnungen kann ein besseres Verständnis für die Art des operativen Vorgehens, aber auch für die Notwendigkeit bestimmter Maßnahmen bei der Vorbereitung und Nachbehandlung schaffen.

Gemeinsam mit Ihnen kann der Operateur schließlich das Operationsziel und die in Ihrem Fall angemessenen Verfahren auswählen und einen individuellen Behandlungsplan für Sie aufstellen. Sprechen Sie dabei Ihre Fragen und Probleme ganz offen an. Denn es ist Ihr Körper, der behandelt werden soll, und für den erfolgreichen Verlauf ist es wichtig, dass Sie gut informiert sind und mit Ihrem Arzt optimal zusammenarbeiten.


Wichtige Punkte des Aufklärungsgesprächs:
- die Risiken und mögliche Komplikationen des Eingriffs;
- die Möglichkeiten und Grenzen der vorgeschlagenen Behandlung;
- die notwendigen Informationen zur Vorbereitung auf den Eingriff;
- mögliche Erweiterungen der Intervention;
- das richtige Verhalten nach der Operation;
- die Dauer des Heilungsprozesses bis zum Verschwinden der Narben;
- die Möglichkeit eine Lokalanästhesie oder der Vollnarkose;
- die Möglichkeit eines ambulanten Eingriffs bzw. einer vorgeschlagenen
Aufenthaltsdauer in der Klinik;
- das Verhalten bei ungewöhnlichen Symptomen;
- die einzusetzende Operationstechnik und ihre Auswirkungen auf die
Sichtbarkeit z.B. von kleinsten Narben;
- die anfallenden Kosten des Eingriffs;


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22. KRAMPFADERN - Mögliche Komplikationen nah der Krampfadern-OP:

Keine operative Behandlung einer Beinvenenerkrankung ist völlig frei von unerwünschten Wirkungen, diese Operationen bergen das Risiko von Komplikationen. Häufig entstehen im Kanal der gezogenen Vene schmerzhafte Blutergüsse. Insbesondere an der Einmündung der Vena saphena magna in das tiefe Venensystem am Oberschenkel kann es durch verbliebene Restvenen zu einer erneuten Krampfaderbildung kommen. Bei einer Verletzung des tiefen Venensystems steigt zudem das Risiko eines Gefäßverschlusses mit einer nachfolgenden Entzündung. Durch die Nähe der Venen zu oberflächlichen Nerven kann es insbesondere im Knöchelbereich zu Nervenreizungen mit Missempfindungen kommen. Wundinfektionen und überschießende Narbenbildung treten eher selten auf.


Mit freundlichen Grüßen
Drs. med. Dieter Haack, Viktor Fehlert und Hanno Schier.


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23. KRAMPFADERN - Klinikaufenthalt nach OP:

Der Klinikaufenthalt nach einer Venenoperation ist normalerweise nicht angezeigt. Nur in wenigen Fällen, besonders wenn die postoperative Überwachung notwendig ist, bleibt der Patientin bis zur Zustandbesserung stationär.



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24. KRAMPFADERN - Nachsorge:

Eine besondere Nachsorge nach den Venenoperationen ist nicht zwingend. Folgen Sie den Anweisungen des Arztes zur Kontrolle und Verbandvechsel.



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Dr. med. Alfred-Viktor FEHLERT
Facharzt für Chirurgie, Gefäßchirurgie, Visceralchirurgie;
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Hr. Hanno SCHIER
Facharzt für Chirurgie, Unfallchirurg;
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Dr. med. Dieter HAACK
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